Das Wissenschaftszentrum Weihenstephan an der TU München

Lehrstuhl für Biologische Chemie

Der Lehrstuhl für Biologische Chemie von Professor Arne Skerra befasst sich mit Protein-Engineering und -Design. Die Schwerpunkte seiner Arbeit liegen in den Bereichen Antikörper-Engineering, Anticalin-Technologie, Optimierung der Wirkdauer von Biopharmazeutika durch PASylierung und rationales sowie kombinatorisches Enzym-Engineering. Eine wichtige Rolle spielt auch die Methodenentwicklung, z. B. mit dem Strep-tag System zur standardisierten Reinigung von rekombinanten Proteinen oder mit der gezielten kotranslationalen Einführung künstlicher Aminosäuren. Zum Spektrum der Arbeitsgruppe zählen die Synthese von Genbibliotheken, Selektions- und Screening-Verfahren, Laborfermentation und Zellkultur, Proteinbiochemie und -spektroskopie, die Röntgen-Strukturanalyse wie auch das Molecular Modelling.

Lehrstuhl für Mikrobiologie

Der seit 2008 von Professor Wolfgang Liebl geleitete Lehrstuhl für Mikrobiologie arbeitet intensiv an der Analyse von an extreme Temperatur- und pH-Bedingungen angepassten Mikroorganismen, sowie von industriell bedeutsamen mesophilen Bakterien. Im Forschungsschwerpunkt extremophile Organismen befasst sich die Arbeitsgruppe mit Enzymsystemen von thermophilen und hyperthermophilen (Wachstumsoptimum 80°C oder höher) Mikroorganismen für den Abbau von Oligo- und Polysacchariden wie Zellulose, Xylan und Stärke. Mit metagenomischen Methoden und neuen Expressionswirten wird dabei auch in der immensen Vielfalt unkultivierter mikrobieller Diversität in extremen Habitaten nach interessanten Enzymen gesucht. In weiteren Forschungsprojekten auf dem Gebiet der Angewandten Mikrobiologie werden am Lehrstuhl für Mikrobiologie mit modernen Hochdurchsatz- (v.a. Genomik, Transkriptomik), genetischen und biochemischen Methoden die Physiologie und Genregulation in biotechnologisch relevanten Bakterien wie Bacillus licheniformis, Gluconobacter oxydans und lösungsmittelbildenden Clostridien untersucht.

Lehrstuhl für Chemie biogener Rohstoffe

Professor Volker Sieber ist Leiter des Lehrstuhls für Chemie biogener Rohstoffe und hat sich mit seiner Forschung der Grünen Chemie verschrieben. Mit Methoden der Industriellen Biotechnologie entwirft er neue Enzyme, Zellen oder Mikroorganismen für katalytische Prozesse – oder allgemein: Biokatalysatoren. Mit deren Hilfe entwickeln die Wissenschaftler technische Verfahren, um z. B. Grundstoffe für die Chemieindustrie herzustellen oder komplett neue Stoffe mit einzigartigen Eigenschaften zu etablieren. Außerdem ist Professor Sieber auch Leiter der Fraunhofer Projektgruppe BioCat „Katalytische Verfahren für eine nachhaltige Rohstoff- und Energieversorgung auf der Basis nachwachsender Rohstoffe“.

Projektgruppe BioCat des Fraunhofer IGB

Im Fokus der Forschung steht die Entwicklung katalytischer Verfahren und neuer Produkte für eine nachhaltige Rohstoff- und Energieversorgung auf der Basis nachwachsender Rohstoffe. Schlüsseltechnologien der chemischen Katalyse sowie der Weißen/Industriellen Biotechnologie kommen bei der stofflichen Nutzung von Biomasse und CO2 ebenso zum Einsatz wie die Kombination von Chemo- und Biokatalyse. Dabei werden auch neue Methoden zur Entwicklung von (Bio-)Katalysatoren etabliert und eingesetzt. Diese Katalysatoren wiederum sollen unter anderem zur Umwandlung, von aus Pflanzen und Reststoffen der Holzverarbeitung gewonnenen Terpenen, in Epoxide und Monomere für die Polymerindustrie eingesetzt werden. Ausgehend von Lignin sollen beispielsweise Monomere für leitfähige Polymere hergestellt oder aus pflanzlichen Ölen und Fettsäuren funktionalisierte Carbonsäuren und biobasierte Tenside synthetisiert werden. Dabei ist angestrebt, eine bestmögliche Wertschöpfung vom Rohstoff Biomasse zum biobasierten Endprodukt zu erreichen. (Mehr Informationen zur Fraunhofer Projektgruppe BioCat finden Sie hier.)


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