Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)

Eine zweiteilige Begriffsbestimmung der Biotechnologie schlug die OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) im Dezember 2004 (mit einem Update in 2005) vor. Der erste Teil ist die sogenannte „einzelne Definition“ und beschreibt eine allgemeine Begriffsbestimmung der Biotechnologie. Der zweite Teil ist die „listenbasierte Definition“, welche die einzelne Definition konkretisieren und besonders den Ansatz der modernen Biotechnologie hervorheben soll. Auf die Industrielle Biotechnologie als Teilbereich der Biotechnologie geht die OECD in der Definition nicht näher ein.

Die einzelne Definition der Biotechnologie lautet wie folgt: „Biotechnologie ist die Anwendung von Wissenschaft und Technik auf lebende Organismen sowie auf deren Bestandteile, Produkte und Modelle mit dem Ziel, lebende oder nichtlebende Materie zu verändern, um neue Erkenntnisse, Güter und Dienstleistungen bereitzustellen.“ (Übersetzung der IBB Netzwerk GmbH/kh)

Die listenbasierte Definition der Biotechnologie enthält als beispielhafte Aufzählung sieben biotechnologische Verfahren und Methoden, die die einzelne Definition der Biotechnologie sinnvoll ergänzen soll:

  • DNA/RNA: Genomik, Pharmakogenetik, Gensonden, Gentechnik, DNA-Sequenzierung/-Synthese/-Amplifikation, RNA.
  • Proteine und andere Moleküle: Sequenzierung, Synthese und Veränderung von Proteinen und Peptiden (einschließlich hochmolekularer Hormone); Identifikation von Zellrezeptoren; verbesserte Darreichungsformen für hochmolekulare Wirkstoffe (beispielsweise mit Glycol oder bestimmten Lipiden); Proteomik.
  • Zell- und Gewebekultur sowie Tissue-Engineering: Zell- und Gewebekultur, Tissue-Engineering, Hybridisierung, Zellfusion, Vakzine und Immunstimulanzien, Embryo-Kultivierung.
  • Methoden der Bioverfahrenstechnik: Fermentationen in Bioreaktoren, Bioverfahren, biologisches Bleichen, biologische Zellstoffgewinnung, biologische Laugung, biologische Entschwefelung, biologische Umweltsanierung und biologische Filtration.
  • Subzelluläre Organismen: Gentherapie, virale Vektoren.
  • Bioinformatik: Erstellung von Datenbanken mit Genomen oder Proteinsequenzen; Modellierung komplexer biologischer Vorgänge.
  • Nanobiotechnologie: Anwendung von Werkzeugen und Verfahren der Nano- und Mikrosystemtechnik zur Herstellung von Hilfsmitteln für die Erforschung biologischer Systeme sowie Anwendungen in der Wirkstoffdarreichung und in der Diagnostik.


Quellennachweis:

Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD): STATISTICAL DEFINITION OF BIOTECHNOLOGY (UPDATED IN 2005). URL: http://www.oecd.org/sti/biotechnologypolicies/statisticaldefinitionofbiotechnology.htm (Abruf: 2012-11-13)