Wo finden wir Industrielle Biotechnologie in unserem Alltag?

Auch wenn die Bezeichnung Industrielle Biotechnologie vielleicht alltagsfern klingen mag, ist sie doch nicht nur in sterilen Forschungslaboren und Industrieanlagen zu Hause. Ganz im Gegenteil, biotechnologisch hergestellte Produkte finden sich inzwischen in jedem Haushalt und sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken.

„Klassische“ Biotechnologie vs. Industrielle Biotechnologie

Bereits seit mehreren tausend Jahren wendet der Mensch biotechnologische Methoden an um z. B. Milch zu Käse oder Joghurt zu fermentieren, Leder zu gerben oder alkoholische Getränke wie Bier und Wein herzustellen. Diese Produkte werden zwar auch heute nach wie vor biotechnologisch – durch den Einsatz von Mikroorganismen oder deren Bestandteilen – produziert, dennoch werden sie hier aufgrund ihrer historischen Entwicklung als Produkte der „klassischen“ Biotechnologie gewertet. (Über die genaue Zuordnung gibt es allerdings geteilte Ansichten, siehe „Begriffsinhalt“.)

Mikroorganismen sind die Basis der Industriellen Biotechnologie

Als lebende biochemische Fabriken oder auch als „Teilelieferanten“ (z. B. Enzyme) verhelfen Mikroorganismen immer mehr rein chemische Prozesse zu „biologisieren“ und damit kostengünstiger, umweltverträglicher und/oder energiesparender zu gestalten. Die Geburtsstunde der modernen Industriellen Biotechnologie kann in die 1970er Jahre datiert werden, als Restriktionsenzyme für gezielte genetische Veränderungen an Mikroorganismen erstmals erfolgreich angewendet, und dadurch völlig neue Möglichkeiten eröffnet wurden.